Die Formel
DBQ = Deckungsbeitrag ÷ Umsatz × 100. Beispiel: Ein Schreinerbetrieb mit 100.000 € Umsatz und 38.000 € variablen Kosten hat einen Deckungsbeitrag von 62.000 €. DBQ = 62.000 ÷ 100.000 = 62 %. Das heißt: Von jedem Euro Umsatz bleiben 62 ct übrig, um Fixkosten zu decken und Gewinn zu erzeugen.
Branchen-typische DBQ-Werte
Die DBQ unterscheidet sich stark nach Branche und Geschäftsmodell: Dienstleistung/Beratung 70-90 % (kaum variable Kosten), Handwerk mit Material 35-55 %, Handel 20-35 %, Gastronomie 60-70 %, produzierender Mittelstand 30-50 %. Diese Werte sind Orientierungshilfen. Die eigene DBQ muss man individuell ermitteln.
Wofür man die DBQ täglich nutzt
Break-Even-Rechnung: Break-Even-Umsatz = Fixkosten ÷ DBQ (als Dezimalwert). Auftragsbewertung: Aufträge mit DBQ unter dem Durchschnitt sollten kritisch geprüft werden. Preisanpassung: Wenn Materialpreise steigen und die DBQ sinkt, ist das ein direktes Signal zur Preisanpassung. Skonto-Entscheidung: 2 % Skonto auf den Verkaufspreis reduzieren die DBQ um knapp 2 Prozentpunkte. Das muss bewusst kalkuliert sein.
Warum die DBQ wichtiger ist als der absolute DB
Ein Auftrag über 100.000 € mit 30 % DBQ bringt 30.000 € Deckungsbeitrag. Ein Auftrag über 80.000 € mit 50 % DBQ bringt 40.000 €. Mehr Umsatz heißt nicht automatisch mehr Marge. Die DBQ ist die Steuerungszahl, die das transparent macht.
Wer mit diesem Begriff im Alltag arbeitet, kann ihn besser einordnen. Wer ihn nicht kennt, übersieht oft die Steuerungswirkung dahinter.